Free Animal e.V.

Ein Tier zu retten verändert nicht die Welt, aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier.

Pferdeschutzhof Süthen


Seit April 2015 unterstützt Free Animal einen neuen Lebenshof: den Pferdeschutzhof Süthen von Melanie Boeker, in Süthen im Wendland gelegen. Wie der Name sagt, kümmert Melanie sich, seit 1998, um Pferde, die aus schlechter Haltung, Ausbeutungssituationen oder vor dem Schlachthof und aus Todestransporten gerettet werden konnten. Viele der bei Melanie lebenden insgesamt 18 Pferde sind an Körper und Seele krank: Knochen, Sehnen, Hufe, die Atmung, die Haut oder der Stoffwechsel zeigen die Folgen dessen, was ihnen in ihrem früheren Leben von Menschen angetan wurde. Vielfach sind sie auch traumatisiert und leiden unter Ängsten.


Auf dem Pferdeschutzhof können sie ihre schreckliche Vergangenheit hinter sich lassen und in größtmöglicher Freiheit einfach nur Pferd sein. Elf Hektar naturbelassene Wiesen mit Bäumen, Sträuchern und Hecken mit offenen Ställen stehen den Pferden zur Verfügung.


Melanie Boeker, 46, lebt inmitten „ihrer“ Pferde in einem einfachen, aber gemütlichen Blockhaus mit Solarzelle auf dem Dach. All die materiellen Dinge, die für viele andere Menschen erstrebenswert sind, sagt sie, braucht sie nicht. Schon früh wusste Melanie, seit vielen Jahren Tierrechtlerin und Veganerin, dass sie für und mit Pferden leben will. Sie machte eine Ausbildung zur Pferdewirtin und entschied sich anschließend bald, selbst einen Schutzhof für Pferde zu betreiben, wo sie ihre Vorstellung davon umsetzen kann, wie Menschen mit und für Tiere leben sollten.


Der Pferdeschutzhof finanziert sich durch Spenden und durch einige Pensionspferde, die das Glück haben, auch dort zu leben. Wir freuen uns, dass jetzt auch Free Animal die bei Melanie lebenden Pferde unterstützen kann.


Was viele Pferde hinter sich haben, wenn sie der Ausbeutung, und sogar einer Behandlung, die man nur als Folter bezeichnen kann, durch Menschen entkommen, und wie sie auf dem Pferdeschutzhof wieder ins Leben zurückfinden, beschreibt Melanie hier am Beispiel von Emily:


"Emily wurde 2009 in einem Tierpark geboren, wo die Pferde als Wildherde auf einem großen Gelände frei leben. Sie kennen es nicht, von Menschen angefasst zu werden, dadurch ist es aber kaum möglich, kranke Tiere zu behandeln. Stuten und Hengste leben zusammen und bekommen regelmäßig Nachwuchs, die Fohlen werden dann möglichst verkauft. Jungtiere sind in allen Zoos und Tierparks die „Lieblinge“ der BesucherInnen und locken diese an. Wenn die Fohlen größer werden oder es zu viele werden, werden sie an die fleischfressenden Tiere, die dort leben, verfüttert, sofern sie niemand kaufen will. Emily ist ein Exmoorpony, es sind seltene Pferde und sie werden bei einem Zuchtverband registriert. Dazu werden sie als 1-jährige Pferdekinder einzeln in ein Zwangsgatter getrieben, gechippt und bekommen mit glühenden Eisen zwei Riesenbrandnarben auf Schulter und Po gebrannt. Diese Tortur ist, gerade für die sonst wildlebenden Pferde, Panik und Todesangst pur. So erging es auch Emily, die kurz nach dieser traumatischen Nahtoderfahrung Sommerekzem, eine schwere Hautallergie gegen Insektenstiche, bekam. Sobald die ersten Insekten kommen, scheuert sie sich den ganzen Körper wegen unerträglichem Juckreiz blutig.

Deshalb kam sie im April 2011 zur mir, sonst wäre auch sie verfüttert worden. Das Einfangen und Verladen war traumatisch für Emily, so dass überlegt wurde, den Transport abzusagen. Als der Satz „Noch ein Versuch, sonst lassen wir sie hier!“ gesprochen wurde, sprang Emily plötzlich mit einem Riesensatz in den Hänger. Ich glaube, sie wusste, dass sie sonst erschossen worden wäre.

Nach diesen Erfahrungen mit Menschen ließ Emily bei mir erstmal monatelang niemanden an sich heran. Emily litt extrem unter ihrer Allergie und ich hätte sie so gerne behandelt. So verbrachte ich unendlich viel Zeit mit ihr, unterstützte sie mit Bachblüten, Tiertelepathie und Traumtherapie.

Langsam begann sie sich mehr und mehr zu öffnen und mir zu vertrauen. Dadurch ist eine ganz besondere Freundschaft entstanden und ich hoffe, dass Emilys Allergie eines Tages ganz verschwindet. So lange helfe ich ihr mit Insektenschutzdecke, Einschmieren und Laserakupunktur.

Nach diesen Therapien merkte ich, dass Emily langsam wieder Lebensfreude spüren kann. Sie wirkte sonst immer eher depressiv und in sich gekehrt. Jetzt fängt sie an, ihr Leben zu genießen, tobt rum und kann endlich wieder Pferd sein."

Melanie Boecker 


Valentino hat Gesellschaft bekommen - Pocita

Mit dem Umzug auf den Pferdeschutzhof in Süthen bekam er auch endlich eine Ponydame namens Pauline zur Seite und dann am Sonntag war seine Freude groß, es kam noch Pocita. Pocita stand über Jahre allein in einem Garten, Auslauf 2 x 6m. Sie wurde zwar versorgt, allerdings konnte von "artgerechter" Haltung nicht die Rede sein. Melanie entschloss sich, sie aufzunehmen. Pocita ist happy, Valentino sowieso und Pauline zickt noch ein wenig rum, aber es wird von Tag zu Tag besser. Pocita, wie ihr Name sagt, ist ein Mini-Pony, noch kleiner als Valentino. Bescheiden ist sie deswegen nicht, sie wartet auf Patenschaften!
Mit 5,00 oder 10,00 Euro könnt ihr dazu beitragen ihre Möhren und den Apfelbedarf zu decken. Danke!













http://XN--PFERDESCHUTZHOF-STHEN-PIC.DE


Ein paar Eindrücke von Hof