Free Animal e.V.

Postfach 111303

20413 Hamburg

freeanimal@gmx.de






Vereinsaktivitäten

Chanel No. 2

Die Hündin wurde Ende Oktober 2000 in Hamburg von der Polizei beschlagnahmt, dazu später mehr. Sie war ein sicherer „Todeskandidat“ für die Halle in Harburg. Mit viel Mühe und Kosten konnte sie zumindest vor diesem Schicksal bewahrt werden und lebt im Moment in Hamburg bei unserer 1. Vorsitzenden.

Hier die Geschichte von Chanel Nr. 2:

Geboren am 6.9.1998 in Hamburg-Wilhelmsburg. Chanel Nr. 2 ist der einzige Hund aus diesem Wurf, der noch lebt bzw. nicht in Harburg ist. Benutzt werden sollte Chanel als Zuchtmaschine für gewissenlose HundehalterInnen, die in Hamburg bekannt dafür sind, ihre Tiere als Statussymbol und für Hundekämpfe zu missbrauchen.
Chanel war dazu zu gutmütig. Als Strafe musste sie tagelang in der Wohnung aushalten, wurde misshandelt und mit 9 Monaten gedeckt. Ihr Glück war, dass der damalige Besitzer seine Wohnung verlor, so dass Chanel einen neuen Besitzer fand. Mit diversen „ominösen“ Verletzungen (wahrscheinlich durch Zigarettenkippen) musste sie erst mal zum Tierarzt und wurde gleich sterilisiert und „ausgeräumt“, da sie den Wurf der Jungen nicht überlebt hätte.

Aus Wilhelmsburg entkommen, begann nach fast einem Jahr für Chanel ein richtiges Hundeleben. Mit ihrem neuen Halter konnte sie an der Elbe toben, Ball und Stock spielen.

Chanel wurde zu einer lieben, absolut keinerlei aggressiven Verhaltensweisen zeigenden Am.-Bulldog Mischlings Hündin. Sie lebte in einer Familie, mit Kleinkindern und anderen Hunden und hatte zwecks Abwechslung auch noch einen Schrebergarten zur Verfügung.

·Das war vor der Hundeverordnung!

Dieses Leben änderte sich schlagartig mit Durchführung der HVO in Hamburg.
Durch ein dummes Missgeschick, einmal ohne Leine und Maulkorb, halb auf Privatgelände und halb auf den Bürgersteig erwischt, war ihr Schicksal besiegelt. Der Halter wurde „als Gefahr für die Öffentlichkeit“ deklariert und Chanel zur „Kampfhündin“. Aus diesem Grunde trat der Halter Chanel am 27.10.2000 an Free Animal ab. Trotzdem kam es am 31.10.2000 zur Beschlagnahmung. Mit 2 Polizisten, Hand an der Waffe, zwei Menschen vom Wirtschafts- und Ordnungsamt und zwei Hundefängern samt Schlinge wurde Chanel aus ihrer Wohnung geholt, besser gesagt, wurde sie aus dem Schlaf gerissen. Ihr Schicksal nicht erahnend rannte sie schwanzwedelnd in die Schlinge.
Es dauerte Stunden, wahrscheinlich im einem kleinen Transportkäfig auf der Wache eingesperrt, bis sie in das Tierheim Süderstr., vorübergehender Aufenthalt vor dem „Todeslager“ Harburg, kam. Dort wiederum dauerte es 2 ½ Tage, bis sie freikam und endlich an uns zurückgegeben wurde. Chanel war total verstört, reagierte extrem verängstigt auf Menschen in Lederjacke, Mütze und weißen Kitteln. Es ist unglaublich, wie ein solches Trauma ein Tier verändern kann. Es dauerte Wochen, bis Chanel wieder Vertrauen gefasst hatte und diese Ängste ablegte.

Daher konnte sie auch nicht sofort vermittelt oder auf unseren Gnadenhöfen untergebracht werden, da damit das Vertrauen des Tieres noch mehr erschüttert worden wäre, außerdem ist Chanel kein „Rudeltier“. Sie ist auf Menschen fixiert, liebt ihr Kissen und ihre vertraute Wohnung, vor allem aber die ihr vertrauten Menschen.

Free Animal sind durch die Anwaltskosten, um Chanel wiederzubekommen, den Antrag auf Erlaubnis zur Haltung etc. sehr hohe Kosten entstanden.
Dank einer großzügigen Spende einer einzelnen Tierfreundin konnte zumindest die Hundesteuer, in Hamburg zur Zeit DM 1200.- bezahlt werden. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken.
Das Schicksal dieser diskriminierten Rassen stimmt traurig und wütend. Menschen- und Tierrechte werden durch die neuen HVOs im gesamten Bundesgebiet mit Füßen getreten. Wie am Beispiel Chanel sind immer die Tiere die Leidtragenden, nicht die gewissenlosen, pubertären Halter und Halterinnen, die ihre Tiere missbrauchen.
Am Urteil des Ibrahim K., der den Tod des Kindes in Wilhelmsburg verschuldet hat, d.h. 3 ½ Jahre Gefängnis für den „Mord“ an einem Kind mit einer Waffe (das sind diese Tiere angeblich lt. den neuen HVOs) zeigt sich deutlich, dass dieses Land nichts begriffen hat.

Tausende eingeknastete, beschlagnahmte oder ausgesetzte Hunde, ertränkte, verstümmelte, abgefackelte Pittbulls, Amstaffs und Bullis und HundehalterInnen, die nie aufhören werden, ein Tier zu quälen oder zu missbrauchen, das sind die Auswirkungen der HVO. Jetzt sind es "Rottis", Schäferhunde oder andere Rassen, die nicht auf den Listen stehen. Durch die neue Bundesverordnung werden nicht mehr nur die "Kampfhunde" bedroht sein, sondern Tür und Tor für andere Hunde wird geöffnet.

Helfen Sie mit, diesen Tieren ein neues zu Hause zu geben!

Nachtrag: Chanel wurde Anfang 2003 gut vermittelt.






Free Animal e.V. · Postfach 111303 · 20413 Hamburg · freeanimal@gmx.de · © Free Animal e.V. 2008