Anfang Juni hatten wir ein paar Gäste, die eine Unterkunft brauchten, bis ein neues Zuhause für sie gefunden war. Zehn Hühner, die von befreite Tiere bei einer Recherche in einer Legebatterie in einer Kotgrube gefunden wurden, konnten bei uns für ein paar Tage ausspannen, bevor es weiter in ihr endgültiges neues Zuhause in Freiheit ging.
Darunter war auch ein recht kleines Huhn, Luise, über und über mit Kot verschmutzt, sie konnte kaum aus eigener Kraft stehen. Luise wurde einige Tage von einer MitstreiterIn aufgepäppelt. Als es klar war, dass sie die Massentierhaltung nun wirklich überlebt hatte, beschlossen wir, sie aufzunehmen. Am 21. Juni kam Luise dann zu uns. Sie war kaum wieder zu erkennen, sie hatte sich wunderbar erholt, musste aber gleich erfahren, was eine „Hackordnung“ ist. Luise ist ein etwas klein geratenes Huhn und sucht ständig Schutz bei ihren Menschen, ein richtiges Schmusehuhn.
Am 22. Juni, am späten Nachmittag wurden wir dann aus unserem normalen Leben heraus gerissen.
Ganz plötzlich starb Herta (siehe tierbefreiung 45). Es ist für uns unfassbar. Herta war ein Teil der Familie; sie lebte fast 8 Monate bei uns in der Wohnung, bis sie wieder ihr Federkleid hatte. Und in der Zeit entwickelten sich wunderbare Freundschaften, nicht nur zwischen Mensch und Huhn, nein, auch die Katze Candy freundete sich schnell mit Herta an.
Herta war ein besonderes Huhn, wir werden sie vermissen.
Wir wissen nicht, wie viele Hühner jeden Tag für 5 Minuten (so genannten) Genuss grausam sterben müssen, aber wir haben erfahren, dass ein Huhn, dem nur Dummheit nachsagt wird, ein fühlendes intelligentes Lebewesen ist, das genau wie Menschen Liebe und Zuneigung braucht.
Luise hat sich mittlerweile etwas eingelebt, sie wird inzwischen von den anderen akzeptiert. Wir hoffen, dass sich alles im Laufe der nächsten Wochen einpendelt und die fünf die Einheit werden, die sie vorher unter der weisen Führung von Herta waren.
Karin und Rudi