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In der Ausgabe 72 der "TIERBEFREIUNG" bezog Free Animal e.V. in dem Artikel "Free Animal und der Antitierbenutzungshof" Stellung zu Gerüchten, die innerhalb und außerhalb der Tierrechtsszene gestreut wurden.

Sowohl der Antitierbenutzungshof (ATBH) als auch Günther Rogausch haben sich zu dem Artikel in der TIERBEFREIUNG 72 geäußert. Wir veröffentlichen hier die beiden Antworten und gehen auf einige Punkte nochmals ein:

Stellungnahme und mehr Free Animal e.V. zu den beiden Antworten:

Bezugnehmend auf die „Gegendarstellung und mehr“ des Antitierbenutzungshofes:

1. Falschbehauptung
Wie von der Reaktion des Magazins "TIERBEFREIUNG" bereits erwähnt, hat sich Free Animal zur eigentlichen Gegendarstellung bereits in der Ausgabe 73 entschuldigt.

2. Tierausbeutung insgesamt
ATBH: "Es ist sehr bedauerlich, dass (u.E. konstruktive und freundlich vorgebrachte) Kritik unerwünscht ist und auf solch negative Reaktionen wie den betreffenden (u.E. unsachlichen) Artikel anstatt auf Reflexion stößt."

Hintergrund hier ist /war eine geplante Verlinkung der HPs seitens FA auf die vom ATBH erst gar nicht und nach Rückfrage zögernd, dann ablehnend reagiert wurde. Die obige Kritik an Free Animal e.V. wurde bereits zu diesem Zeitpunkt geäußert. Das haben wir durchaus verstanden, haben aber schon zu dem Zeitpunkt dem ATBH unsere Gründe dargelegt, die waren und sind die gleichen, wie bereits in der Ausgabe 72 der tierbefreiung genannt. Zu dem Zeitpunkt war Free Animal e.V. noch ein Projekt der tierbefreier e.V. und das sehr gute Material zu allen Themen der tierbefreier e.V. war unserer Meinung nach ausreichend. Wir haben als „Projekt“ eher versucht, die praktische Seite und die Arbeit der Lebenshöfe darzustellen, dazu gehören auch einzelne Schicksale der auf den Höfen lebenden Tiere. Auch haben wir darauf hingewiesen, dass ein neuer Flyer in Arbeit ist, auf dem der Hintergrund klarer werden soll. In diesem Zusammenhang verweisen wir auch auf die letzten Seiten der Vegan Broschüre. Free Animal e.V. hat durchaus reflektiert, die Kritik des ATBH ist/war auch nicht unerwünscht, wir haben sie zur Kenntnis genommen, vielleicht nur nicht den Vorstellungen des ATBHs entsprechend reagiert. Das müssen wir allerdings auch nicht.

3. Vegane Ernährung
ATBH: "Wir sind so dreist zu behaupten, daß wir die Schilderung in Angelikas Artikel, daß auf den von Free Animal unterstützen Lebenshöfen, auf denen auf unsere Anregung hin die vegane Hunde- und Katzenernährung versucht wurde, die (d.h. alle?!) Katzen die vegane Ernährung total verweigert hätten und "die [alle?!] alten und kranken Hunde an Erbrechen und Durchfall litten", nicht ganz glauben können bzw. die Versuche, diese Tiere vegan zu ernähren, für nicht ganz aufrichtig oder ernsthaft halten (wir halten es z.B. für wahrscheinlich, daß es nicht lange bzw. konsequent genug versucht wurde).“

Hier stimmen wir Iris und Daniel zu, sie sind dreist; es ist uns auch egal, ob sie uns glauben oder nicht. Das bleibt ihnen überlassen. Free Animal e.V. und die Lebenshöfe haben es seit 18 Jahre nicht nötig gehabt zu lügen und wir haben auch nichts zu verstecken. Wir bieten Iris und Daniel daher an, auf die Höfe zu kommen und uns zu zeigen, wie es „richtig“ gemacht wird, allerdings muss die Individualität und der Wille jedes einzelnen Hundes und jeder einzelnen Katze respektiert werden. Wir lehnen nach wie vor ab, den Tieren unsere Lebensweise aufzuzwingen, das heißt aber nicht, dass wir es nicht immer wieder versuchen, sie auf veganes Essen umzustellen.
Da es in einer der nächsten Ausgaben der tierbefreiung zu diesem Thema eine Pro- und Contradiskussion geben soll, halten wir es für sinnvoller dann noch mal Stellung zu beziehen und zur Diskussion beizutragen, anstatt uns hier erneut zu wiederholen..

4. Gummimatten oder sog. Pferdebetten
ATBH: "Wir empfinden diese ohne Erklärung in den Raum geworfene Äußerung als eine Darstellung der BetreiberInnen des Antitierbenutzungshofs als so genannte TierquälerInnen, die Tieren nicht die ihnen zustehende Einstreu zukommen lassen bzw. sie zu Tode quälen.
Was es mit den abfällig als Gummimatten bezeichneten sogenannten "Pferdebetten" auf sich hat, kann.“

Diese Kritik stammt ursprünglich aus einem Tierrechtsmailverteiler und von Menschen, die die „Aufnahme“ von Iris in diesen Verteiler u. a. aus diesem Grund abgelehnt haben. Free Animal wurde damals gefragt, wie wir das unterstützen könnten.Wir haben die Kritik aufgegriffen und angesprochen, da auch wir meinen, dass Gummimatten kein natürliches Einstreu für Pferde sind; das nicht erst seit der tierbefreiung 72, sondern, wenn wir uns recht erinnern, wurde dieses Thema bereits in 2010 telefonisch mit dem ATBH besprochen, also nicht neu für den ATBH oder „ in den Raum“ geworfen. Gummimatten ist auch nicht abfällig gemeint, laut Hersteller bestehen die sog. Pferdebetten aus äußerst strapazierfähigem und wasserundurchlässigem Gummimaterial; im Inneren befindet sich ein Schaumstoffkern, also Gummimatten, von mir aus auch mit Schaumstoffkern. Was bitte ist an dem Wort Gummimatten abfällig? Wir sind der Meinung, dass diese „Erfindung“ eher darauf ausgerichtet ist, die Arbeit für die Menschen einfacher, schneller und bequemer zu machen. Dagegen haben wir prinzipiell nichts, Ställe ausmisten ist harte Arbeit, aber bitte nicht auf Kosten der Pferde.
Infos unter: http://www.pferdebetten.de

5. Sissi
Die Darstellungen des ATBH entsprechen nicht ganz der Wahrheit. Wir haben Unterstützung für Sissi signalisiert aber nicht zugesagt. Wir haben Iris gebeten, uns Bescheid zu geben, wenn die Kosten für die geplante Prothesenversorgung nicht zusammen kommen.
Die Meinung bzw. Haltung von Free Animal e.V. war weder positiv noch negativ, eher skeptisch, aber wir haben darauf vertraut, dass Iris und Daniel wissen, was sie tun. Diese Haltung ist auch nicht in ein „bin entsetzt“ umgeschlagen. Wir waren, besser gesagt ich, war entsetzt, als ich über die möglichen Folgen der OP und was es wirklich für ein Pferd bedeuten könnte, im dem besagten PDF von Nicole K. gelesen habe. So etwas konnte ich mir einfach nicht vorstellen, es war entsetzlich. Ich war so entsetzt und schockiert, dass ich es sofort an Iris weitergeleitet habe.

Zitat aus einer Mail vom 17.1.2011:
"„ iris, ich habe folgendes document gemailt bekommen, der absender ist mir dem namen nach bekannt.ich bin fast vom stuhl gefallen, stimmt das so? ich kenne mich mit pferden nicht aus!
wenn ich gerade auf eure seite gucke, scheint es sich ja eh erledigt zu haben und anscheinend hatte der/die dann recht mit der prothese. kannst du mal irgendwie stellung beziehen, bevor das weiter oeffentlich gemacht wird.“

Zitat Antwort ATBH 18.1.2011
„Hallo Angelika, die Hetze von Frau Kuhn hat Bildzeitungsniveau.
Vielen Dank, daß Du uns auf ihr Schreiben hingewiesen und es uns
geschickt hast!!
Viele Grüße
Daniel & Iris“

Das hätte ich bestimmt nicht gemacht, wenn mir und Free Animal e.V. der ATBH und Sissi egal gewesen wäre. Entsetzt war ich allerdings dann wirklich über die Reaktion des ATBH. Die Mail an Nicole K. hatte für mich eher Bildszeitungsniveau. Eine sachliche Auseinandersetzung mit der Kritik an der geplanten OP hat es unserer Meinung nach nicht gegeben. Wir kennen Nicole K. als einen engagierten Menschen mit sehr viel Ahnung von Pferden. Sie hat es bestimmt nicht böse gemeint, hat ihre ehrliche Meinung geschrieben und eindringlich ihre Bedenken geäußert. Wenn öffentlich für Spenden gesammelt wird, muss es auch möglich sein, Kritik zu akzeptieren oder zumindest zu reflektieren, ob es eventuell berechtigte Bedenken sind, auch wenn sie aus „Tierschutzkreisen“ kommen. Wir stellen den gesamten Mailvorgang gerne zur Verfügung.

Vielleicht würde Sissi dann heute noch leben und/oder hätte die Möglichkeit gehabt, wenn sie nicht mehr gekonnt oder gewollt hätte, sich von ihrer Herde zu verabschieden und in ihrer gewohnten Umgebung im Kreis ihrer ArtgenossInnen zu sterben, anstatt in einer Tierklinik in Berlin an den Folgen dieses Eingriffs.



Stellungnahme Free Animal e.V. Bezugnehmend auf 
Gerüchte? Unwahrheiten? Diffamierung? Stellungnahme G. Rogausch


Vieles ist bereits im obigen Text abgehandelt worden.
Es mag sein, dass Missverständnisse durch Aussagen Dritter entstehen können und auch ist wahr, dass die Emotionen meinerseits sicherlich hoch gekocht sind. Trotz allem vertraue ich den Menschen, die mir von dem Vortrag in Düsseldorf erzählt haben und vor allen Dingen meinen eigenen Ohren.
Auch wenn ich Günter nicht seit 25 Jahren auf privater Ebene kenne, mensch sich aber trotzdem hier und da in der Zeit bei Veranstaltungen oder Aktionen über den Weg gelaufen ist, sollte es möglich sein, mal Kontakt aufzunehmen, bevor, auch wenn vielleicht nicht beabsichtigt, Meinungsbildung betrieben wird und das ziemlich einseitig.

Wir sind auch nicht der Meinung, dass wir „Profil“ zeigen müssen, in dem wir uns rechtfertigen, warum wir gerade den und nicht einen anderen Lebenshof oder genau das Projekt und nicht ein anderes unterstützen. Letztendlich entscheiden dass die Menschen, die uns unterstützen mit größtenteils zweckgebundenen Spenden. Wir könnten uns genauso fragen, warum haben wir den ATBH unterstützt, den wir keinesfalls „benutzt“ haben, um für Free Animal e.V. Spendengelder zu bekommen. Die eingegangenen zweckgebundenen Spenden wurden zu 100% an den ATBH weitergeleitet und in 2010 und 2011 um einiges durch „freie“ Spenden, die auch aus „Tierschutzkreisen“ kommen, aufgestockt. Abgelehnt, obwohl laut ATBH aus „Tierausbeutung nicht ablehnenden Kreisen“, wurden die Spenden nicht.

Vielleicht lässt sich das alles irgendwann in einem Gespräch klären; mit Sicherheit nicht in einer erneuten 17seitigen Stellungnahme. Wir werden sicherlich Günters Stellungnahme konstruktiv aufgreifen. Ob das allerdings zu dem gewünschten Profil führt können wir nicht voraussagen. Die Tierrechts-/Tierfreiungsbewegung hat viele Facetten, besteht aus vielen unterschiedlichen Menschen und auch Meinungen, und alle haben hoffentlich das gleiche Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen gehen Menschen verschiedene Wege und entwickeln sich unterschiedlich, die einen nehmen die Mistgabel in die Hand, die anderen kommen vom PC nicht weg. Die einen leben schon in der Utopie, die anderen in der bitteren Realität, wobei wir wieder beim Unterschied zwischen Theorie und Praxis sind, oder was hier und heute machbar ist und was nicht.
Free Animal e.V.
 

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