Obwohl wir immer noch um Rudi trauern, haben wir uns entschlossen, die freien Plätze anderen Tieren zu geben. Im August kam Jacob, ein kleiner Eber, ein paar Monate alt, der in einer Massenzucht sein Dasein fristete.
Völlig verängstigt drückte er sich in die hinterste Ecke der Transportbox. Erst durch leichtes Kippen konnte er dazu bewegt werden, seine Box zu verlassen. Dann traute er wohl seinen Pfoten nicht so ganz. Stroh! Ein ganz neues Gefühl! Innerhalb von Sekunden war ihm klar, ich habe ein neues Leben. Total ausgelassen und neugierig tobte er durch den Stall, rannte aufgeregt hin und her und zwackte den Umstehenden vor lauter Freude in die Waden. Klar, dass in so einem Moment die Freudentränen fließen. Am nächsten Tag wurde Jacob erst mal „geduscht“. Der Gestank der Massentierhaltung war unerträglich. Gleich danach richtete sich Jacob dann eine Toilettenecke ein, sorgfältig getrennt von seiner Schlaf- und Kuscheldecke, in die er sich allabendlich einrollt. Mittlerweile hat er sich den Hunden angeschlossen, ganz so wie Rudi es gemacht hat, seine Lieblingsspeise sind Croissants. Diese muss er seit ein paar Wochen mit Lisa teilen, eine Artgenossin mit gleichem Schicksal.
Sie um einiges kleiner und ein paar Monate jünger, trotzdem scheint Jacob sich sofort in sie verliebt zu haben. Kein Futterneid, keinen Zank, sondern friedlich Bauch an Bauch in die Kuscheldecke gerollt. Mittlerweile haben sich die beiden prächtig entwickelt. Wir wünschen den beiden ein langes Leben auf dem Lebenshof.
