Ende September 2008 meldete sich ein Mitarbeiter des Bundesverbands der Tierversuchsgegner Menschen für Tierrechte e.V. mit der Frage, ob wir zwei Shetlandponys aufnehmen könnten. Der Verband bekam diese Ponys aus dem Friedrich-Löffler-Institut in Jena frei. Die Tiere sollten nach Kenntnisstand des Bundesverbandes für Forschungen mit einer anzeigepflichtigen Tierseuche (Beschälseuche/Dourine), die in Deutschland nicht mehr vorkommt, im Tierversuch eingesetzt werden. Die Beschälseuche wird beim Deckakt direkt von Tier zu Tier übertragen und äußert sich von Entzündungen der Geschlechtsteile über Körperausschlag bis hin zu Lähmungen. Am Ende der Versuche hätte für diese jungen und kerngesunden Ponys der Tod gestanden.
Wir sagten zu, Lexa (5 Jahre) und Luis (3 Jahre) aufzunehmen. Am 07. Oktober war es dann soweit im Beisein der 2. Vorsitzenden des Verbandes Menschen für Tierrechte, eines Fotografen und der Lokalpresse stiegen die beiden aus dem Pferdehänger. Kein bisschen gestresst von der langen Fahrt ließen sie sich geduldig fotografieren und herumführen. Danach ging es erstmal ab auf die Weide. Monty und Pascha beobachteten das ganze Geschehen neugierig aus ihren Boxen. Was dann abends geschah, ist einfach unglaublich: Lexa und Luis gingen in ihre Box und es war, als würden Funken sprühen. In der gleichen Sekunde, in der sie sich zum ersten Mal so richtig sahen, verliebten sich Monty und Lexa wohl unsterblich ineinander. Unser souveräner, durch nichts aus der Ruhe zu bringender Monty war nicht wieder zu erkennen. Er gab Töne von sich, die wir noch nie bei ihm gehört hatten, er knabberte an Lexas Mähne und verdrehte regelrecht die Augen. Es war zum Heulen schön! Am nächsten Tag auf der Weide das gleiche: Monty auf Freiersfüßen. Sogar seine Schmerzen scheinen durch die neue Liebe besser zu werden. Vielleicht schafft es diese Liebe ja, dass es ihm bald wieder besser geht und er den nächsten schweren Reheschub noch mal übersteht.
