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Maria, Selma, Toni und Lisa
Maria, Selma, Toni und Lisa, diese vier Kuhdamen lebten auf einem Minihof im Nationalpark Eifel ziemlich unbeschwert bis zu dem Tag, als ihr 85-jähriger Besitzer Paul schwer stürzte und ins Krankenhaus musste. Nachbarn informierten den Tierschutzverein Kreis Aachen und baten um Hilfe bei der Versorgung der Tiere. Dies lief, auch in Absprache mit dem eingesetzten Betreuer von Paul, sehr gut. Die Bitte des Tierschutzvereins, ihm die Kühe zu überlassen, wurde allerdings abgelehnt, da der Betreuer davon ausging, dass Paul wieder auf seinen Hof zurückkehren würde. Dies geschah nicht - Paul starb im Januar 2008. Ansprechpartner war jetzt ein entfernter Verwandter, der eine Abgabe der Kühe an den Tierschutzverein nur unter der Voraussetzung der Zahlung des aktuellen Schlachtpreises zustimmte. Den Mitgliedern des Tierschutzvereins waren die Kühe mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass sie die Tiere kauften. Eine Unterbringung war allerdings nur provisorisch und vorübergehend möglich und so wurde nach einem dauerhaften Platz gesucht. Tja, und der ist nun in Irmenach. Am 15. April fuhr ein riesiger Tiertransporter, bei dessen Anblick mir ganz schlecht wurde, auf den Hof. Die Ladeklappe wurde geöffnet und 8 große Augen sahen mich an. Einzeln wurden die Kühe in den Stall geführt. Neugierig wurde sich umgeschaut, alles beschnuppert und dann erst mal in aller Ruhe eine Portion Heu gegessen. Begleitet wurden die Kühe von 4 Mitgliedern des Tierschutzvereins Kreis Aachen, die als Reiseproviant für die Kuhdamen noch reichlich Möhren und Obst dabei hatten und verteilten. Schon nach kurzer Zeit fühlten sich die vier zuhause, richtig toll fanden sie es, nachdem sie zum ersten Mal auf der Weide waren - so viel Platz kannten sie wohl nicht. Mittlerweile ist der Auslauf im Stall verdoppelt worden, so dass auch dort mehr als ausreichend Platz ist und Violine den Neuen aus dem Weg gehen kann, wenn die mal wieder zu übermütig sind.

Wir erfuhren bei Ankunft, dass die Toni trächtig ist und am 29. Juni ihr Kälbchen erwartet. Weder am 29. noch Tage später tat sich irgendetwas. Mehrere Nachtschichten wurden eingelegt, um bloss die Geburt nicht zu verpassen und Toni beistehen zu können. Die Überschreitung des Geburtstermins war noch im grünen Bereich, trotzdem ließen wir Toni sicherheitshalber vom Tierarzt untersuchen. Seine Diagnose: Toni ist nicht mehr trächtig - sie hat das Kälbchen resorbiert. Aus nicht bekannten Gründen sind Kühe und Pferde selbst in einem späteren Schwangerschaftsstadium dazu in der Lage, ihre Kälber bzw. Fohlen zu resorbieren, ohne selbst Schaden zu nehmen. Für uns war das ein richtiger Schock, hatten wir uns doch darauf gefreut, das Kleine bei seiner Mutter aufwachsen zu sehen. Aber die Hauptsache ist, dass es Toni gut geht.

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