Schwarzwald 1988. Ein ungewöhnliches Ende eines ganz gewöhnliches Urlaubs in Deutschland. Die zwei RentnerInnen aus Worms fuhren schon seit etlichen Jahren zur Erholung immer in dasselbe Schwarzwälder Hotel "Zum goldenen Engel". Außer im Sommer 1988. Da war es wegen der großen Nachfrage bereits ausgebucht. Und so nahmen die beiden Damen mit einem rustikalen Doppelbettzimmer auf einem Bauernhof im gleichen Ort vorlieb. Bis dahin hatten die Beiden mit Tierschutz recht wenig am Hut. Aber auf dem Hof verliebten sie sich in zwei wenige Tage alte Kälbchen. Ihr Weg sollte völlig unspektakulär verlaufen. Nach einer Woche weg von der Mutter, dann Aufzucht im Stall mit Milchpulver und nach 6 Monaten zum örtlichen Schlachter. Das Ende eines kurzen Lebens wäre die Kühltheke gewesen, versehen mit einem weißen Preisschild mit roten Steckbuchstaben: "Kalbsleberwurst 100g DM 1,99".
Diesen Werdegang vor Augen, entschlossen sich die zwei Damen am Abend die Tiere zu retten. Sie waren fest entschlossen, die beiden liebgewonnenen Tiere zu kaufen und Zuhause auf einem Pferdehof unterzustellen. Der Bauer fuhr die beiden Kälbchen nach Worms auf den Hof. Als nächstes wurden den beiden Tieren Namen gegeben. Das dunkle Kälbchen sollte von nun an Moga heißen, das hellere Tier Toga.
Als das Geld für den Pferdehof nicht mehr reichte, wurde für Toga und Moga ein preisgünstigerer Platz gesucht. Auf dem Lebenshof FREE ANIMAL, der damals noch vom Bundesverband der Tierbefreierlnnen unterstützt wurde, wurde ein Platz gefunden. Anfangs zahlten die alten Damen noch 300 DM jeden Monat für Futter und Tierarztkosten. Bald mußten sie aber die Zahlungen aus Geldmangel einstellen.
Moga und Toga blieben auf dem Hof Hild und wurden glücklich alt.

November 2004: Leider erreichte uns eine traurige Nachricht. Moga musste aufgrund einer schweren, nicht mehr heilbaren Erkrankung eingeschläfert werden. Moga wurde 18 Jahre alt. Wenige Monate später folgte Toga, die den Verlust ihrer Freundin nie richtig überwinden konnte. Wir werden die Beiden vermissen