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Pferdeglück

Unsere Tiere

Aronescha

Aronescha starb im Juni 2010

Mitte August ging ein Hilferuf durch unseren Verteiler. Es sollten im norddeutschen Raum eine Stute und ihr 4 Monate altes Fohlen freigekauft werden, da sie am nächsten Tag auf den Schlachttransporter nach Frankreich verladen werden sollten. Die Zeit war knapp und der Vorstand von Free Animal e.V. entschloss sich spontan hier zu helfen. Es entspricht nicht unseren Vorstellungen, Tiere durch Freikaufen zu retten, oft geht es nicht anders. Es kam genügend Geld zusammen, um die beiden und noch weitere Pferde nach Soven zum Verein „Pferdeglück“ e.V. zu bringen. Wir boten eine Patenschaft und eine einmalige Unterstützung von 200.- Euro an. Um den Hof von Frau Dr. Suschka kennenzulernen, brachten wir das Geld dann Ende September zum Hof und lernten Aronescha und ihre Geschichte kennen.

Aronescha schien zu ahnen, welches Schicksal ihr und ihrem Fohlen gedroht hatte. Selbst bei der Abholung in ihr neues Zuhause wurde jeder Mann, der sich ihr näherte mit Drohgebärden abgewehrt. Sie stellte sich mit angelegten Ohren vor ihr Fohlen und hätte es mit ihrem Leben verteidigt. Aronescha muss nur Schlimmes erlebt haben. Irgendjemand hatte sie vor ca. 1 ½ Jahren bei einem Viehhändler abgegeben, der sie umgehend decken ließ. Es scheint, dass sie die letzten Jahre immer ein Lederhalfter umgehabt hat, welches über das linke Ohr nach vorne gerutscht war, so dass es über ihrem linken Auge, auf dem Nasenrücken und hinter dem rechten Ohr tiefe Einschnitte hinterließ. Frau Dr. Suschka schnitt bei Abholung in ihr neues zu Hause das Halfter sofort ab. Die Verletzungen, wie das eingedrückte Nasenbein, wird Aronescha immer behalten. Außerdem hatte sie eine schlimme Verletzung am linken Hinterbein am Sprunggelenk. Aronescha hat 3 Tage vor Abholung durch eine Bretterwand getreten, um ihr Fohlen zu verteidigen. Niemand kümmerte sich um diese Verletzung.

Mit viel Geduld und Zeit gelang es dann, Aronescha vor dem Transport in ihr neues Zuhause ein Textilhalfter anzulegen und das Fohlen als erstes in den Transporter zu bringen. Aronescha folgte wachsam, schon wohl ahnend, dass es nicht nach Frankreich ging. In Soven angekommen, wurden sie am nächsten Tag problemlos in die bestehende Herde integriert. Anfangs noch etwas verhalten und ihr Fohlen immer an der Seite, bewegt sich Aronescha mittlerweile völlig frei auf der Weide, ihr Kleines auch mal aus den Augen lassend. Ich konnte mich selbst überzeugen, wie die beiden ihr neues Leben genießen. Das Fohlen, im Moment heißt er noch Baby kam völlig angstfrei auf mich zugetrabt, knutschte und knabberte an mir rum, Leckerlies suchend. Ich konnte ihn überall streicheln, während Aronescha dieses völlig gelassen beobachtete. Mir fiel dabei ihr gewölbter Bauch auf. Mein fragender Blick wurde durch Frau Dr. Suschka bestätigt. Aronescha ist trächtig und sollte auch bewusst trächtig samt Baby nach Frankreich verladen werden. Ich konnte, besser gesagt wollte es nicht glauben, aber es ist bittere Tatsache.

In Frankreich werden gerade trächtige Stuten gerne geschlachtet, denn sie bringen ein paar Euros mehr. Das Fleisch von ungeborenen Pferden schmeckt angeblich besonders gut und ist als Delikatesse auf französischen Tellern begehrt. Mir hat es die Sprache verschlagen, zumindest die französische und ich habe mir geschworen, nie wieder werde ich Frankreich als Urlaubsland besuchen.

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