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Miss Ellie + Co.
Ellie, Ente 1 bis 9, Momo und Kimba
Auf Pferdeglück konnten wir weiterer 13 Tiere unterbringen; Felix und ein Pferd, zwei Ziegen und neun Enten von einen Tierschutzverein Rahden.
Im Februar geisterte ein Hilferuf von diesem Verein durch das
Internet.
Ein Hof in der Nähe wurde aufgelöst und viele Tiere
suchten ein neues Zuhause.
Komisch fand ich schon, dass das Stockmass der Pferde angegeben
wurde, und sie in reitbar und nicht mehr reitbareingeteilt wurden.
Ich hätte nicht gedacht, dass auf unseren Höfen überhaupt
noch eine Möglichkeit ist, aber wie immer, macht Christiane
Suschka alles Unmögliche möglich. Sie erklärte
sich bereit, 9 Enten, 1 Stute und 2 Ziegen aufzunehmen.
In
aller Eile wurden die nötigen Vorbereitungen getroffen. Die
Enten bekamen ein größeres Gehege und ein größerer
Teich wurde angeschafft. Für die Stute „Miss
Ellie“ heißt sie wurde zusätzlich
ein Stall gebaut. Wir alle warteten gespannt und freudig auf die
Neuankömmlinge, was allerdings dann passierte machte uns
nur noch sauer und traurig.
Die Termine, die Tiere zu bringen, wurden nicht eingehalten,
es musste ewig hinterher telefoniert werden, obwohl wir die Tiere
geholt hätten. Nach einigen Tagen Verspätung war es endlich
soweit. Der „Tierschutz“verein Rahden stand vor der
Tür. Was wir sahen, haute uns um. Miss Ellie beschrieben als:
30 Jahre alt, nicht mehr reitbar und verschmust stand auf dem Hof.
Ihr Zustand war zwischen jämmerlich und tierquälerischer
Haltung einzuordnen.
Der
Rücken komplett durchgebogen, jahrelang geritten, dazu wohl
noch mit einem Sattel, der hinten und vorne nicht passte. Schlimme
Arthrose an den Gelenken, Zähne und Hufe so schlecht, dass
sie nur Mash (Pferdebrei) fressen und kaum laufen konnte. Der
Tierarzt kam einen Tag später und blankes Entsetzen stand
in seinem Gesicht. Miss Ellie wusste auch nicht, dass Wasser zum
Trinken da ist, sie rührte es nicht an. Angst, ob sie überhaupt
durchkommt machte sich breit. Die Zähne und die Hufe wurden
behandelt, so dass sie einigermaßen laufen und fressen konnte.
Es war wohl alles ein bisschen viel für sie, keiner wusste
auch so genau, was die Vorbesitzer oder der „Tierschutzverein“
mit ihr gemacht hatten, auf jeden Fall klappte sie 4 Tage nach
Ankunft zusammen! Der sofort gerufene Tierarzt gab ihr Aufbaumittel,
aufstehen musste Ellie allein. 4 Stunden banges Warten! Sie schaffte
es!
Aber
das alles war noch nicht genug. Es stellte sich heraus, dass Ellie
die Pferderäude hat, und gleich 9 andere Pferde angesteckt
hat. Nachdem wir das gerade mit Karlchen hinter uns gebracht hatten,
breitete sich Panik aus, zumal eine Stute schwanger ist.
Wieder teure Medikamente, die Sorge, schafft Ellie
das alles? Nun, sie hat es geschafft. Ganz langsam begreift sie,
dass jetzt jeden Tag Futter da ist, sie kann wieder kauen, hat wieder
gelernt zu trinken, die Milben beißen nicht mehr. Langsam
und ein wenig wackelig noch auf den Beinen genießt sie den
täglichen Weidegang. Schnell schloss sie Freundschaft mit den
anderen Pferden. Jeden Tag, an dem mensch in ihre braunen Augen
schaut und sie beobachtet, wird uns bewusst, wie mies ihr Leben
vorher gewesen sein muss und wie sehr sie diese Tage jetzt genießt.
Zu erwähnen bleibt noch die Reaktion dieses „Tierschutzvereins“ in Rahden. Christiane hatte gleich angerufen und informiert und auch darum gebeten, sich an den Tierarztkosten zu beteiligen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für einen Tierschutzverein, zumal nichts über ihren Gesundheitszustand erwähnt wurde. Die Reaktion war bezeichnend. Uns wurde das Gefühl gegeben, ihnen die Füße küssen zu müssen, weil sie nicht mal den „Schlachtpreis“ für Miss Ellie gefordert haben. Genau so läuft es aber jetzt mit den Pferden, die wohl noch dort sind. Wir hätten noch ein Pferd retten können, waren aber nicht bereit, mit solchen Leute um Lebewesen herum zu schachern. Rahden, tauft euch in Tiernutzverein um! Ellie ist am 21.8.2008 gestorben, wir werden sie vermissen.
Mit Ellie kamen auch neun Enten. Lieblos, ohne Stroh oder sonst
was in Gitterkäfigen. Einem Erpel wurde gleich beim „Herausschütteln“
das Bein verstaucht! Das Federkleid der Enten musste erst mal
gereinigt, teilweise beschnitten werden. Einen Teich hatten sie
alle noch nicht gesehen! Auch sie haben sich mittlerweile gut
eingelebt wie auch die beiden Zwergziegen. Anfangs eher scheu
und ängstlich, was ja auch bezeichnend ist, trauen sie sich
mittlerweile Leckerlies aus der Hand zu nehmen.
Felix
Felix kam über TierschützerInnen aus Süddeutschland
zu uns. Er lebte 6 Jahre lang allein mit Hühnern und Katzen
in einem Schrebergarten. Gefüttert wurde er vielleicht 2x
die Woche, Zuwendung kannte er nicht. Irgendwann wurde er dort
„befreit“ und fand erst mal Unterschlupf im dortigen
Tierheim. Dort saß er totunglücklich, hatte kaum eine
Chance vermittelt zu werden. Wir konnten Felix auf einem kleinen
befreundeten Hof in der Nähe von Pferdeglück unterbringen.
Er genießt sein neues Leben, klebt an seinem neuen „Frauchen“
und passt glücklich auf sein neues Zuhause auf.
Nachtrag: Felix musste leider nach gut einem Jahr eingeschläfert
werden. Er litt an einem unheilbaren Hirntumor. Wir werden ihn
nie vergessen.
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