Free Animal e.V.

Postfach 111303

20413 Hamburg

freeanimal@gmx.de






Pferdeglück

Unsere Tiere

Miss Ellie + Co.

Ellie, Ente 1 bis 9, Momo und Kimba

Auf Pferdeglück konnten wir weiterer 13 Tiere unterbringen; Felix und ein Pferd, zwei Ziegen und neun Enten von einen Tierschutzverein Rahden.

Im Februar geisterte ein Hilferuf von diesem Verein durch das Internet.

Ein Hof in der Nähe wurde aufgelöst und viele Tiere suchten ein neues Zuhause.

Komisch fand ich schon, dass das Stockmass der Pferde angegeben wurde, und sie in reitbar und nicht mehr reitbareingeteilt wurden. Ich hätte nicht gedacht, dass auf unseren Höfen überhaupt noch eine Möglichkeit ist, aber wie immer, macht Christiane Suschka alles Unmögliche möglich. Sie erklärte sich bereit, 9 Enten, 1 Stute und 2 Ziegen aufzunehmen.

In aller Eile wurden die nötigen Vorbereitungen getroffen. Die Enten bekamen ein größeres Gehege und ein größerer Teich wurde angeschafft. Für die Stute – „Miss Ellie“ heißt sie  – wurde zusätzlich ein Stall gebaut. Wir alle warteten gespannt und freudig auf die Neuankömmlinge, was allerdings dann passierte machte uns nur noch sauer und traurig.

Die Termine, die Tiere zu bringen, wurden nicht eingehalten, es musste ewig hinterher telefoniert werden, obwohl wir die Tiere geholt hätten. Nach einigen Tagen Verspätung war es endlich soweit. Der „Tierschutz“verein Rahden stand vor der Tür. Was wir sahen, haute uns um. Miss Ellie beschrieben als: 30 Jahre alt, nicht mehr reitbar und verschmust stand auf dem Hof. Ihr Zustand war zwischen jämmerlich und tierquälerischer Haltung einzuordnen.

Der Rücken komplett durchgebogen, jahrelang geritten, dazu wohl noch mit einem Sattel, der hinten und vorne nicht passte. Schlimme Arthrose an den Gelenken, Zähne und Hufe so schlecht, dass sie nur Mash (Pferdebrei) fressen und kaum laufen konnte. Der Tierarzt kam einen Tag später und blankes Entsetzen stand in seinem Gesicht. Miss Ellie wusste auch nicht, dass Wasser zum Trinken da ist, sie rührte es nicht an. Angst, ob sie überhaupt durchkommt machte sich breit. Die Zähne und die Hufe wurden behandelt, so dass sie einigermaßen laufen und fressen konnte. Es war wohl alles ein bisschen viel für sie, keiner wusste auch so genau, was die Vorbesitzer oder der „Tierschutzverein“ mit ihr gemacht hatten, auf jeden Fall klappte sie 4 Tage nach Ankunft zusammen! Der sofort gerufene Tierarzt gab ihr Aufbaumittel, aufstehen musste Ellie allein. 4 Stunden banges Warten! Sie schaffte es!

Aber das alles war noch nicht genug. Es stellte sich heraus, dass Ellie die Pferderäude hat, und gleich 9 andere Pferde angesteckt hat. Nachdem wir das gerade mit Karlchen hinter uns gebracht hatten, breitete sich Panik aus, zumal eine Stute schwanger ist.

Wieder teure Medikamente, die Sorge, schafft Ellie das alles? Nun, sie hat es geschafft. Ganz langsam begreift sie, dass jetzt jeden Tag Futter da ist, sie kann wieder kauen, hat wieder gelernt zu trinken, die Milben beißen nicht mehr. Langsam und ein wenig wackelig noch auf den Beinen genießt sie den täglichen Weidegang. Schnell schloss sie Freundschaft mit den anderen Pferden. Jeden Tag, an dem mensch in ihre braunen Augen schaut und sie beobachtet, wird uns bewusst, wie mies ihr Leben vorher gewesen sein muss und wie sehr sie diese Tage jetzt genießt.

Zu erwähnen bleibt noch die Reaktion dieses „Tierschutzvereins“ in Rahden. Christiane hatte gleich angerufen und informiert und auch darum gebeten, sich an den Tierarztkosten zu beteiligen. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit für einen Tierschutzverein, zumal nichts über ihren Gesundheitszustand erwähnt wurde. Die Reaktion war bezeichnend. Uns wurde das Gefühl gegeben, ihnen die Füße küssen zu müssen, weil sie nicht mal den „Schlachtpreis“ für Miss Ellie gefordert haben. Genau so läuft es aber jetzt mit den Pferden, die wohl noch dort sind. Wir hätten noch ein Pferd retten können, waren aber nicht bereit, mit solchen Leute um Lebewesen herum zu schachern. Rahden, tauft euch in Tiernutzverein um! Ellie ist am 21.8.2008 gestorben, wir werden sie vermissen.

Mit Ellie kamen auch neun Enten. Lieblos, ohne Stroh oder sonst was in Gitterkäfigen. Einem Erpel wurde gleich beim „Herausschütteln“ das Bein verstaucht! Das Federkleid der Enten musste erst mal gereinigt, teilweise beschnitten werden. Einen Teich hatten sie alle noch nicht gesehen! Auch sie haben sich mittlerweile gut eingelebt wie auch die beiden Zwergziegen. Anfangs eher scheu und ängstlich, was ja auch bezeichnend ist, trauen sie sich mittlerweile Leckerlies aus der Hand zu nehmen.

Felix
Felix kam über TierschützerInnen aus Süddeutschland zu uns. Er lebte 6 Jahre lang allein mit Hühnern und Katzen in einem Schrebergarten. Gefüttert wurde er vielleicht 2x die Woche, Zuwendung kannte er nicht. Irgendwann wurde er dort „befreit“ und fand erst mal Unterschlupf im dortigen Tierheim. Dort saß er totunglücklich, hatte kaum eine Chance vermittelt zu werden. Wir konnten Felix auf einem kleinen befreundeten Hof in der Nähe von Pferdeglück unterbringen. Er genießt sein neues Leben, klebt an seinem neuen „Frauchen“ und passt glücklich auf sein neues Zuhause auf.

Nachtrag: Felix musste leider nach gut einem Jahr eingeschläfert werden. Er litt an einem unheilbaren Hirntumor. Wir werden ihn nie vergessen.




Free Animal e.V. · Postfach 111303 · 20413 Hamburg · freeanimal@gmx.de · © Free Animal e.V. 2008