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Umzug nach Prezier
Eine logistische Meisterleistung mit Hindernissen
Umzug von Soven nach Prezier

Nach langem Suchen und endlosen fehlgeschlagenen Finanzierungsversuchen,
hatte endlich der Kauf eines neuen Lebenshofes geklappt, den wir
unser Eigen nennen können.
Mit 80 Tieren umzuziehen, wobei die finanziellen Möglichkeiten sehr eingeschränkt gewesen sind, muss bis ins letzte Detail geplant werden.
Nach Schlüsselübergabe am 1.4.2006 fuhren wir täglich
mit einem PKW-Anhänger, mit 1000 Sachen voll bepackt, und
zogen erst mal Zäune für die Pferde, bereiteten so gut
wir konnten alles für die Tiere vor. Dank einer Extraspende
von Free Animal e.V. konnten wir Zaunmaterial kaufen, und endlich
unsere eigene Weide einzäunen. Geplant war, die Pferde am
Wochenende 8.4./9.4. zu transportieren. Da uns auf dem neuen Hof
noch Boxen fehlten, sollten erst die Pferde transportiert werden,
deren Boxen das meiste wieder verwertbare Material hergaben. 2
Leute fuhren die Tiere, die anderen bauten Material ab, damit
sofort auf dem neuen Hof, die Boxen wieder aufgebaut werden konnten.
Für die Katzen hatten wir uns 15 Transportboxen dazu geliehen,
um auch hier schon die meisten Tiere mitnehmen zu können.
Alles war eigentlich gut geplant und die Menschen, die uns halfen waren vor Ort; doch alles kam anders!
In der Nacht vom 6.4. auf den 7.4. trafen sich im
Landkreis die Gemeindedirektoren und der Landrat, da inzwischen
zu befürchten war, dass das Elbehochwasser höher steigen
würde, als bei der Jahrhundertflut in 2002.

Leider schätzten sie die Lage völlig falsch ein und beschlossen
keinen Katastrophenalarm auszulösen. Keine 9 Stunden später
wurde es dann doch gemacht, viele Experten meinten, zu spät.
Für uns auf jeden Fall zu spät! Soven, wo der alte Hof
lag, ist eine Insel zwischen Jeetzel und der Alten Jeetzel. Das
Wasser stand am 8.4. schon Wadenhöhe auf der Weide. Am 10.4.
konnten wir die Brücken nicht mehr überqueren und die
Straßen nach Dannenberg wurden von der Polizei abgeriegelt.
Nur eine einzige Brücke nach Lüchow war bis mittags desselben
Tages passierbar. Wir hatten kein Heu mehr, da am besagten Sonnabend
es schon zu dem neuen Hof geliefert werden sollte. Auch das ging
nicht, da unser Heulieferant „abgesoffen“ war. Das Kraftfutter
ging auch zur Neige, und die Deiche, 40 m hinter dem Haus, standen
unter Wasser. Langsam breitete sich Panik bei uns aus. Die Tiere
konnten nicht raus, mussten in ihren Boxen bleiben, Tag und Nacht
flogen die Hubschrauber über uns hinweg und warfen Sandsäcke
ab, um die Deiche zu stabilisieren. Am Montag dann wurde Soven aufgeben,
es wurde beschlossen, falls der Pegel weiter ansteigen würde,
die Deiche an 2 Stellen zu sprengen, das heißt, damit wären
wir überflutet worden.
Mitgeteilt wurde uns das nicht, rein zufällig
erfuhren wir davon von Nachbarn, die Kontakt zur örtlichen
Feuerwehr hatten. Unsere Nerven lagen blank! Endlich, endlich hatten
wir einen eigenen Hof, keinen Pächterstress mehr, nur wir konnten
nicht hin. Die Tiere reagierten zunehmend nervös, besonders
die Pferde.
Wie durch ein Wunder blieb der Pegel dann stehen, die Deiche wurden nicht gesprengt und endlich konnte unsere Karawane am Karfreitag sich in Bewegung setzen. Tag und Nacht fuhren wir die 52km hin und zurück. Die Pferde ließen sich durch die ganze Anspannung nur sehr, sehr schwer verladen. Es dauerte teilweise Stunden, um die Tiere auf den Hänger zu bekommen. Vielleicht kamen auch hier und da wieder böse Erinnerungen bei ihnen auf. Ostermontag waren dann alle Tiere auf dem neuen Hof angekommen, zuletzt die Hunde, die freiwillig in die Autos sprangen. Alle blieben unversehrt, nur der Hänger hatte stark gelitten, eine Stute hatte die Scheibe hinten herausgetreten, der Belag der Hängerampe war abgefetzt, egal. Nach 1716 gefahrenen Kilometern waren wir alle glücklich, zufrieden, völlig erschöpft und pleite.
Wir danken allen FreeanimalerInnen für die Unterstützung und Spenden, ohne euch hätte es nicht geklappt!
Christiane Suschka
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