Sarah Reh
Als die StellichterInnen sie das erste Mal sahen, klein, mager und unterentwickelt, stand sie in einem kleinen Reitstall mit anderen LeidensgenossInnen im hohen Mist.
Sie war noch kein Jahr alt und wurde doch schon von den Leuten geritten und ausgebeutet. Die StellichterInnen waren eigentlich zu dem Hof gefahren, um die Stute Beauty zu retten, die dermaßen schlecht gepflegt, unterernährt und auf Ausritten schon umgekippt, besser zusammengebrochen war.
Kurzer Hand entschlossen sich die Stellichter, beide Pferde auf einem Hänger zu verladen und auf den Hof der Tierschutzgemeinschaft in der Nähe von Walsrode zu bringen.
Sarah-Reh hatte eine dreißig Zentimeter lange Narbe auf der Schulter. Die hatte ihr der Besitzer im Jähzorn mit einer Axt zugefügt. Noch immer sieht man als Erinnerung einen weißen Strich im Fell.
Inzwischen haben sich beide Pferde gut erholt, wenn auch die Leiden und Strapazen aus ihrem vorherigen Leben ihre Spuren hinterlassen haben.